Warum habe ich das nicht gesagt?

Shownotes

Wir gehen in wichtige Gespräche, als hätten wir das Drehbuch schon geschrieben. Nur leider hat unser Gegenüber ein anderes.

Manchmal wollen wir in einem schwierigen Gespräch nicht nur unsere Interessen vertreten. Wir wollen auch weiterhin gemocht werden.

Du kannst nicht üben, dass dein Gegenüber das Richtige sagt. Aber du kannst üben, handlungsfähig zu bleiben, wenn es das Falsche sagt.

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00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Klarheit statt Coaching.

00:00:25: Vielleicht kennst du diese Situation, du kommst aus einem Gespräch, aus einem sehr wichtigen Gespräch.

00:00:30: vielleicht ist es ein Mitarbeitergespräch gewesen eine Gehaltsverhandlung zum Beispiel oder einfach ein Gespräch mit deinem Vorgesetzten in dem es um deine berufliche Zukunft gehen soll.

00:00:42: Und vielleicht wurde dir sogar nahegelegt das Unternehmen zu verlassen.

00:00:48: Und jetzt bist du draußen, die Tür ist zu!

00:00:52: Du gehst zurück zu deinem Arbeitsplatz oder steigst ins Out und fährst nach Hause... ...und plötzlich fällt dir alles ein.

00:00:59: Die guten Argumente, die treffenden Formulierungen, die Fragen, die du hättest stellen sollen.. ..und vor allem dieser eine Satz bei dem du denkst Mann warum habe ich das nicht gesagt?

00:01:12: Warum bin ich da eingeknickt?

00:01:13: Warum habe ich gelächelt, warum habe ich mich gerechtfertigt.

00:01:18: Warum hab' ich nicht widersprochen?

00:01:21: Dabei hattest du dich doch so gut vorbereitet vielleicht sogar tagelang und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.

00:01:29: Wir haben uns in diesem Podcast schon häufiger mit solchen Situationen beschäftigt Mit hohen Tiefstatus oder mit Verhaltensmustern unter Druck Und zuletzt auch mit dem retardieren also der Fähigkeit einer Reaktion bewusst zu verzögern.

00:01:44: Das sind alles kleine Teile, eine Antwort auf die Frage warum wir uns in entscheidenden Gesprächen manchmal ganz anders verhalten als wir eigentlich wollten aber ich glaube wir müssen noch etwas früher anfangen nämlich vor dem Gespräch denn wir wissen das ein wichtiges Gespräch bevor er steht und dann beginnt in unserem Kopf häufig schon Tage vorher eine Art Probe.

00:02:08: Manchmal hört die auch gar nicht mehr auf, ja?

00:02:10: Wir überlegen uns was wir sagen wollen.

00:02:12: Wir formulieren Argumente.

00:02:15: Wir visualisieren vielleicht sogar wie sehen unsere Gesprächspartner aus.

00:02:19: Wir spielen alle möglichen Gesprächsverläufe durch und vielleicht schreiben sie sogar etwas auf.

00:02:24: Vielleicht sprechen wir mit Freunden darüber eher unwahrscheinlich oder wir nutzen einen digitalen Sparringspartner eine KI zum Beispiel um uns vorzubereiten.

00:02:34: das ist alles erst einmal sinnvoll und okay und gut.

00:02:38: Aber es gibt dabei ein entscheidendes Problem, denn wir proben meistens nur unsere eigene Geschichte.

00:02:47: Wir sehen die Situation aus unserer Perspektive und wenn es zum Beispiel mit einer mögliche Kündigung geht denken wir vielleicht darüber nach wie ungerecht wir behandelt wurden und wie viel wir für dieses Unternehmen geleistet haben welche Abfindung uns zustehen könnte warum unsere Arbeit nicht ausreichend gewertschätzt wurde.

00:03:08: Je länger wir darüber nachdenken, desto geschlossener kann dieses Bild werden.

00:03:14: Also desto entschlossener werden wir vielleicht und das Bild wird aber auch hermetischer.

00:03:20: Wir entwickeln also Argumente die unsere Sicht bestätigen.

00:03:23: Wir finden immer neue Gründe warum wir recht haben Und irgendwann gehen wir in dieses Gespräch als hätten wir das Drehbuch bereits geschrieben Nur leider hat unser Gegenüber ein ganz anderes Drehbuch.

00:03:39: Vielleicht sieht der Arbeitgeber die Situation vollkommen anders.

00:03:43: Vielleicht glaubt er alles getan zu haben, um dich zu halten?

00:03:46: Vielleicht verweist er auch auf regelmäßige Gehaltserhöhungen gute Arbeitsbedingung oder Zugeständnisse, die in der Vergangenheit gemacht hat und vielleicht hält er deine Kritik für überzogen.

00:04:01: Oder er sieht vor allem ein wirtschaftliches Problem das er lösen muss.

00:04:06: Und jetzt treffen diese beiden Wirklichkeiten aufeinander Und ich möchte das einmal am Beispiel einer Kündigung verdeutlichen, ja es ist nur ein Beispiel.

00:04:14: Es kann alles mögliche sein aber eine Kündigung ist kein einzelner Vorgang.

00:04:17: der Laufen völlig verschiedene Dinge gleichzeitig.

00:04:21: Gibt es zunächst die arbeitsrechtliche Ebene?

00:04:24: Ist die Kündierung wirksam erklärt worden?

00:04:26: Welche Fristengelten?

00:04:27: gibt es einen Kündegungsgrund, der rechtlich erforderlich oder tragfähig ist und welche Möglichkeiten hat der Arbeitnehmer dagegen vorzugeben?

00:04:34: Das sind Fragen mit denen sich Unternehmen beschäftigen müssen und bei denen sie Fehler machen können.

00:04:41: Deshalb sind solche Gespräche auf Arbeitgeberseite häufig auch juristisch vorbereitet.

00:04:46: Da liegen Unterlagen auf dem Tisch, Formulierungen sind abgestimmt, bestimmte Dinge werden gesagt andere bewusst nicht.

00:04:57: Das kann auf einen betroffenen Mitarbeiter unterblich kalt wirken ja aber diese formale Vorgehensweise sagt er zunächst noch nicht was die Beteiligten Menschen persönlich empfinden.

00:05:08: Dann gibt es zweitens die organisatorische Ebene.

00:05:12: Wie geht das also weiter?

00:05:13: Wer übernimmt welche Aufgaben, was passiert mit den laufenden Projekten?

00:05:17: wie wird die Übergabe geregelt.

00:05:21: und schließlich – und das ist eben vielleicht die entscheidende – gibt es die emotionale Ebene.

00:05:29: Vielleicht bist du traurig, vielleicht auch wütend und vielleicht fühlst du dich sogar verraten.

00:05:36: Vielleicht hast du über Jahre sehr viel in dieses Unternehmen investiert und kannst überhaupt nicht verstehen, warum du jetzt gehen sollst.

00:05:46: Und vielleicht erwartest du das dann gegenüber diese Gefühle anerkennt?

00:05:52: Aber das tut er nicht!

00:05:54: Stattdessen spricht er über Fristen und Übergaben oder er sagt einen Satz wie wir haben ihn doch schon mehrfach Möglichkeiten angeboten und plötzlich bist du nicht mehr in dem Gespräch auf dass du dich vorbereitet hast.

00:06:07: Du bist in einem ganz anderen in einem, in dem du dich angegriffen fühlst.

00:06:12: Und jetzt passiert etwas ganz Interessantes?

00:06:14: Du hattest dir vorgenommen ruhig zu bleiben deine Argumente vorzutragen vielleicht über eine Abfindung zu sprechen oder über eine einvernehmliche Lösung aber plötzlich verteidigst du dich!

00:06:24: Du erklärst warum du dich ungerecht behandelt fühltest und widersprichst oder du sagst etwas wie Na gut dann klären das eben unsere Anwälte.

00:06:33: ja du kannst Klischee.

00:06:36: Das kann natürlich eine bewusste und vernünftige Entscheidung sein, aber es ist ein Unterschied ob ich diesen Weg nach Abwägung einschlage oder ob mit dieser Satz aus Ärger in der Situation herausrutscht.

00:06:49: Und genau um diesen Unterschied geht das mir!

00:06:51: Denn einem solchen Gespräch passiert in unserem Kopf mit unserem Körper ziemlich viel gleichzeitig.

00:06:58: also wir müssen zuhören Wir müssen verstehen was der andere eigentlich meint Wir müssen entscheiden, wie wir darauf reagieren wollen und wir müssen unsere eigenen Interessen im Blick behalten.

00:07:13: Und gleichzeitig versuchen wir mit unseren Gefühlen zurechtzukommen.

00:07:16: Vielleicht bemerken wir das der andere die Augen verdreht oder vielleicht spricht er auf einmal ein bisschen lauter!

00:07:23: Vielleicht lehnt er sich auch nur zurück und verschränkt die Arme und schaut demonstrativ auf die Uhr... etwas in uns auslösen oder wird vielleicht etwas in den Auslösten.

00:07:33: Dabei ist die Körpersprache natürlich nicht eindeutig, verschränkte Arme bedeuten ja auch nicht automatisch Ablehnung oder Desinteresse.

00:07:42: abgewandt der Blick bedeutet auch noch nicht automatische Desinterresse.

00:07:49: aber wir nehmen solche Signale wahr und interpretieren sie ganz schnell und reagieren dann darauf oft schneller als uns bewusst ist Und verdrehen wir vielleicht die Augen oder kriegen roten Kopf, oder Stimme verändert sich.

00:08:04: Unter emotionalem Druck kann unsere Aufmerksamkeit enger werden und wir konzentrieren uns nur auf das was uns bedroht oder besonders wichtig erscheint.

00:08:12: Dann stehen uns möglicherweise gerade die geistigen Ressourcen nicht mehr im Umfang zur Verfügung, die wir für eine differenzierte Antwort bräuchten.

00:08:22: Deshalb ist es gar nicht so überraschend dass uns die guten Sätze häufig erst hinterher einfallen, denn hinter her sitzen wir ja nicht mehr in unserem Chef gegenüber.

00:08:33: Wir müssen also keine Reaktion mehr befürchten!

00:08:36: Wir müssen nicht gleichzeitig auf seine Stimme, seine Mimik unserer eigenen Gefühle und den weiteren Gesprächsverlauf achten.

00:08:43: Wir könnten Ruhe nachdenken und dann bewerten wir unser Verhalten in dieser angespannten Situation mit den Maßstäben die uns erst hinter hier in aller Ruhe zur Verfügung stehen Und das ist ja total unfair und selbstgegenüber.

00:08:59: Aber ich glaube, da kommt noch etwas hinzu.

00:09:01: Etwas, was wir in der Vorbereitung häufig unterschätzen... Wir möchten ja in solchen Gesprächen nicht nur ein bestimmtes Ergebnis erreichen.

00:09:11: Wir möchten meistens auch etwas für die Beziehung erreichen oder zumindest etwas bewahren vielleicht.

00:09:20: Vielleicht möchtest du eine Gehaltserhöhung durchsetzen aber du möchtes gleichzeitig dass dein Chef dich weiterhin schätzt.

00:09:27: Vielleicht möchtest du einer Kritik widersprechen, aber nicht als schwierig gelten.

00:09:32: Du möchtst deutlich machen, dass du ungerecht behandelt wurdest und nicht die Sympathie des anderen verlieren.

00:09:41: Manchmal möchten wir sogar von jemandem anerkannt werden der uns gerade kündigt.

00:09:45: Das ist eine bemerkenswerte Situation!

00:09:52: sitzt ein Mensch vor uns, der möglicherweise eine Entscheidung getroffen hat die uns erheblich schadet und trotzdem möchten wir dass er uns versteht.

00:10:00: Dass er uns mag!

00:10:02: Dass er am Ende vielleicht sogar sagt Ja du hast recht Wir haben dich falsch behandelt Und wenn diese Anerkennung ausbleibt geraten wir möglicherweise noch stärker unter Druck.

00:10:15: dann kämpfen wir nicht mehr nur um ein sachliches Ergebnis sondern wir kämpfen gleichzeitig um unsere Beziehungen zu diesen Menschen um unser Ansehen, unseren Status.

00:10:24: und vielleicht erklärt das warum wir manchmal lächeln obwohl wir wütend sind.

00:10:28: Warum wir zustimmen obwohl da wir anderer Meinung sind?

00:10:31: Warum wir uns rechtfertigen obwohl wir uns vorgenommen hatten selbstbewusst aufzutreten?

00:10:36: Wir versuchen etwas zu schützen ein System!

00:10:41: Vielleicht unsere Sicherheit, vielleicht die Beziehung, vielleicht dass bohle wollen unseres Gegenübers und erst hinterher merken wir welchen Preis wir dafür möglicherweise bezahlt haben.

00:10:52: Und jetzt könnte man natürlich sagen, gut muss ich mich eben besser vorbereiten.

00:10:59: Und genau das denke ich, dass Vorbereitung sehr viel bewirken kann aber nicht unbedingt die Art von Vorbereitungen, die wir normalerweise betreiben.

00:11:09: und jetzt komme ich wieder zu meinem geliebten Theater.

00:11:13: Ich habe da ja viele Jahre gearbeitet und erlebt wie Schauspielerin und Schauspillerproben Man denkt, die lernen ihren Text und das ist nur ein Teil der Arbeit.

00:11:26: Denn einen Schauspieler muss auf der Bühne nicht nur wissen was er selbst sagt Er muss auf seinen Mitspieler reagieren können.

00:11:33: Das ist ein riesiger Unterschied.

00:11:34: Wenn ich eine Szene probe Dann kann ich denselben Satz auf völlig unterschiedliche Weise spielen.

00:11:40: Ich kann ihn freundlich sagen Aggressiv Ich kann mit einer Pause beginnen Ich kann meinen Mitspieler dabei anschauen oder mich von ihm abwenden, oder der Mitspielerin und jede diese Entscheidung verändert die Szene.

00:11:55: Aber das Entscheidende ist auch meine Mitspielern verändern sich.

00:12:02: Vielleicht wird der Satz plötzlich schärfer gesprochen als ich es erwartet habe?

00:12:08: Oder eine Pause entsteht?

00:12:15: einen Moment ganz anders als gestern und ganz anders, als verabredet.

00:12:20: Und jetzt muss ich darauf reagieren nicht indem mich mechanisch meine vorbereitete Antwort abspule das wird auch sehr komisch nach außen wirken sondern Ich muss versuchen es geschmeidig zu halten in dem ich aufmerksam bleibe und innerhalb der Situation handlungsfähig bin.

00:12:37: genau Das lässt sich üben!

00:12:40: Ich kann verschiedene Möglichkeiten ausprobieren.

00:12:43: Ich kann erleben, wie ich reagiere wenn mein Gegenüber laut wird.

00:12:47: Wenn er schweigt!

00:12:50: Wenn es mich unterbricht... ...wenn das eine Forderung stellt die ich überhaupt nicht erwartet habe.. ..ich kann ausprobieren was passiert wenn ich nicht sofort antworte.

00:12:59: Ja?

00:12:59: Das hatten wir in der letzten Folge, dass wir da dienen.

00:13:01: Wenn ich eine Frage stelle.

00:13:03: Wenn sich ein Blick halte.

00:13:04: Das ist eine Statusübung auch.

00:13:06: oder wenn ich sage schwierig und darüber möchte ich erst nachdenken Und mit jeder Variante bekomme ich eine Erfahrung mehr.

00:13:16: Das bedeutet nicht, dass ich hinterher auf jede Situation vorbereitet bin – das wäre illusorisch glaube ich – aber ich bin auf jeden Fall beweglicher und das ist für mich der eigentliche Sinn einer guten Vorbereitung.

00:13:30: Ich bereite mich nicht darauf vor, dass dieses Gespräch genauso verläuft wie es mir vorstelle.

00:13:35: Ich berate mich darauf vor ,dass es anders verläuft.

00:13:39: Und das ist der Grund warum ich die Vorbereitungen mit einem anderen Menschen für so wichtig halte.

00:13:45: Eine KI kann mir helfen meine Gedanken zu sortieren, sie kann Gegenargumente formulieren und kann mir zeigen welche rechtlichen und sachlichen Fragen ich möglicherweise übersehen habe.

00:13:57: das ist ein guter Anfang aber wenn ich mich ausschließe schriftlich vorbereite fehlt mir etwas entscheidendes die unmittelbare körperliche und emotionale Erfahrung sitzt.

00:14:06: niemand vor mir der mich plötzlich unterbricht niemand dessen Blick mich verunsichert niemand der auf meine Forderung mit einem spöttischen Lächeln reagiert.

00:14:17: Niemand bei dem ich plötzlich merke, dass ich schneller spreche oder flacher atme oder anfange mich zu rechtfertigen!

00:14:24: Natürlich kann auch eine technische Simulation bestimmte Reaktionen darstellen aber die Begegnung mit einen echten Menschen ist nochmal etwas anderes und deshalb würde ich wichtige Gespräche tatsächlich mit einem menschlichen Sparingspartner proben.

00:14:40: Mit mir zum Beispiel... Und nicht nur einmal Und nicht nur die freundliche Variante, sondern gerade die Unangenehme.

00:14:47: Lasst dein Gegenüber widersprechen, lasst deinem Gegenüber dich unterbrechen, lass es schweigen, lass dir eine Frage stellen auf die du keine Antwort vorbereitet hast und dann beobachte was mit dir passiert.

00:15:00: Vielleicht merkst Du dass Du sofort anfängst Dich zu erklären.

00:15:03: vielleicht wirst Du ärgerlich, vielleicht versuchst Du besonders freundlich zu wirken oder Du gibst schneller nach als Du eigentlich möchtest Und dann probierst du es nochmal mit einer anderen Reaktion.

00:15:17: Vielleicht mit einer Pause, vielleicht mit einer Nachfrage, vielleicht ein Kompliment, vielleicht einem ganz einfachen Satz.

00:15:25: das sehe ich anders.

00:15:26: und dann lässt du diesen Satz einmal stehen.

00:15:34: Nicht jedes Gespräch lässt sich durch gutes Auftreten zu einem guten Ergebnis führen aber wenn ein Unternehmen beschlossen hat dich zu kündigen wirst Du diese Entscheidung möglicherweise nicht dadurch ändern dass Du besonders souverän auftrittest.

00:15:49: Wenn dein Chef dir keine Gehaltserhöhung geben will oder kann, wird er nicht automatisch nachgeben nur weil du eine Pause machst.

00:15:57: Und manchmal hat der Gegenüber tatsächlich die größere Macht.

00:15:59: das ist einfach so!

00:16:00: Das soll man auch nicht romantisieren.

00:16:03: aber gerade deshalb finde ich die Vorbereitung so wichtig denn vielleicht kannst du das Ergebnis nicht vollständig beeinflussen aber du kannst beeinflussend wie du mit der Situation umgehst und du deine Fragen stellst ob du deinen Interessen formulierst wann du eine Pause brauchst.

00:16:24: Es muss nicht alles gut werden, es gibt keine Garantie für das gewünschte Ergebnis aber vielleicht lässt sich etwas verbessern und dann lohnt es sich herauszufinden was ich dafür tun kann.

00:16:35: Das bedeutet Meliorismus.

00:16:43: in diesem Fall bedeutet dass vielleicht das nicht noch ein weiteres Argument aufzuschreiben sondern das Gespräch tatsächlich zu üben mit jemanden der nicht nur zustimmt er widerspricht der andere Perspektiven Zum Beispiel der mir hinterher auch sagt, weißt du eigentlich das wie jedes mal lächels wenn du unter Druck gerätst.

00:17:03: oder Mir ist aufgefallen dass du deine Forderung sofort zurückgenommen hast als ich dir widersprochen habe.

00:17:09: Das sind richtig wertvolle Feedbacks.

00:17:16: Und jetzt zum Anfang der Folge warum hab ich das nicht gesagt?

00:17:22: Ganz einfach vielleicht weil Du in diesem Moment überfordert warst Vielleicht weil Du gefallen wolltest vielleicht weil du Angst vor den Konsequenzen hat es.

00:17:32: Vielleicht weil du dein Gegenüber völlig anders eingeschätzt hast.

00:17:36: oder vielleicht, weil du zwar deine Argumente vorbereitet hattest aber nicht die Situation in der sie vorbringen wolltest und solltest.

00:17:45: Und manchmal war's vielleicht sogar richtig etwas Nicht zu sagen.

00:17:49: auch das war man nicht vergessen.

00:17:50: nicht jeder Gedanke muss ausgesprochen werden nicht jeder Widerspruch muss sofort erfolgen und nicht jede verpasste Gelegenheit War tatsächlich eine verpasstegelegenheit.

00:18:03: Aber wenn du nach solchen Gesprächen immer wieder mit demselben Gefühl nach Hause gehst, dann würde ich mir das jetzt genauer anschauen.

00:18:15: Nicht um beim nächsten Mal die perfekte Antwort parat zu haben sondern um zu verstehen was in diesen Situationen mit dir passiert und um Reaktionen auszuprobieren.

00:18:27: Souveränität entsteht nicht dadurch dass sich jede Szene im Voraus kenne sondern dadurch dass ich gelernt habe auch dann noch zu spielen wenn man gegenüber etwas unerwartetes tut.

00:18:38: Das nennt man Improvisation in der Stille.

00:18:41: Du kannst nicht üben, dass dein Gegenüber das Richtige sagt aber du kannst üben auch dann noch handlungsfähig zu bleiben wenn es das Falsche sagt.

00:18:50: In diesem Sinne eine lange Folge.

00:18:52: ich hoffe ihr nehmt was mit und bis zum nächsten mal.

00:18:55: das war Klarheit statt Coaching Klarheit Stadt Coaching Der Podcast Mit Sebastian Schlösser.

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